einer von mehr als 100 fast verschollenen Burgstellen des Filstalgaues auf der Alb
Um diese Reste der längst abgegangenen Burgstellen heute noch zu entdecken braucht es einen geschulten Blick oder noch besser eine archäologische Führung. Und so hatten sich die OG Bad Boll und der Geschichts- und Altertumsverein Göppingen nun schon zum dritten Mal zusammen getan. Am 7. März, hatte die Ortgruppe Bad Boll den Kreisarchäologen Dr. Rademacher (a.D.) und seinen Nachfolger Michael Weidenbacher für eine Exkursion gewinnen können. Nach der Bad Boller „Bertaburg“ und den Burgen auf dem Aichelberg ging es diesmal zu der versteckten und fast unbekannten Burgstelle auf dem unteren Leimberg bei Auendorf. Etwa 100 solcher oft kaum mehr sichtbaren Burgstellen aus dem Mittelalter gibt es am Albtrauf im Kreis Göppingen. Und gerade so viele Interessierte (etwa 100 !) erklommen die 30%-ige Steigung hinauf auf den Bergsporn, wo von der wohl einst recht kleinen Burg noch ein 30m langer und 16 m breiter Graben sichtbar ist. 1180 erstmals erwähnt, war die Burg nach wechselvoller Geschichte im 16. Jahrhundert aufgegeben worden.
Immer nur Burggraben, Schutthügel und Jahreszahlen? Wird das eine Wiederholung? Von wegen! Schon die große Teilnehmerzahl zeigt, dass die Fachleute es verstehen, jedes Mal andere interessante Aspekte in den Vordergrund zu rücken: Mal ist es der mögliche Zusammenhang zwischen den Funden von Bohnerz am Albtrauf und der Macht der Staufer, mal die Bedeutung der Burgstellen mit ihren Rechten (z.B. Mühlenrecht) und Einkünften, und die Ursachen für den späteren Bedeutungsverlust. Wer weiß schon, dass die Burgen aus heutiger Sicht so etwas wie Spekulationsobjekte waren. So war die Leimburg immer wieder weiter gegeben worden, erbrachte wohl keine Einkünfte mehr und wurde verlassen. Nie erobert verfiel sie wie viele andere.
Die Kombination zwischen kurzen Wanderungen und fundierten Führungen hat sich als so attraktiv erwiesen, dass daraus eine Tradition werden könnte. Eine weitere Exkursion im nächsten Frühjahr ist schon in Planung. Wir können allen Ortsgruppen nur empfehlen, sich auch solche Fachleute und kooperierende Interessengemeinschaften in ihrer Gegend zu suchen.
